«Ich bin hier, um die Kultur zu retten. Ich bin eine Professorin der Universität zu Köln, aber diese Wiedergabe des Sachverhalts steht in meiner alleinigen Verantwortung.
Ich habe die tamilische Sprache an den Universitäten in Tanjavur und Madurai gelernt und dort Forschungsarbeiten durchgeführt. Ich kam im Jahr 1988 nach Tamil Nadu und lebte zwei Jahre in Madurai. Ich habe Forschungsarbeiten in der sehr alten Sangam-Literatur und gramiya kalaigal (schöne Dorfkünste) gemacht, dafür habe ich viele Dörfer besucht und auch über Jallikattu recherchiert.
Jallikattu Stiere leben wie Könige. Die Leute ziehen sie wie ein Kind auf. Sie werden sehr gut für den Sport ausgebildet. Infolgedessen sind sie nicht gestresst, sobald sie aus dem vaadivasal treten (der Eingang, der zur Arena führt). Das eigentliche Problem sind die Leute, die die Stiere handhaben. Vor 20 bis 30 Jahren gab es Sportler, die gut ausgebildet waren und wussten, wie man mit einem Stier, der aus dem vaadivasal tritt, umgeht.
 
Interview vom 21. Januar 2017 (HIER geht’s zum Video in der Originalsprache Tamil)

Aber jetzt hat sich das Szenario geändert. Dies muss richtiggestellt werden, damit niemand Jallikattu in Frage stellen kann. Diejenigen, die gegen Jallikattu sind, wissen nichts davon. Sie haben die Dörfer in der Nähe von Madurai nicht besucht und wissen nicht, wie die Stiere aufgezogen werden.
Kalithogai ist eine alte tamilische Literatur, die vor 2000 Jahren niedergeschrieben wurde. Jallikattu wird dort in fünf Liedern als yeru thalvudhal bezeichnet. In alten Zeiten war Jallikattu in den Händen von Menschen, die die Stiere aufzogen, aber nun ist der Sport in den Händen der Angehörigen der mukkulathor thevar (historisch die herrschende Kaste in Tamil Nadu).

Doch jetzt, im Rahmen des Protests, ist keine Kaste zu sehen. Tamilische Jugendliche stehen unabhängig ihrer Religion und Kaste zusammen. Unabhängig von allen Bräuchen und Religionen, sind sie alle unter einem Dach als einheimische Tamilen vereint. Ich fühle mich glücklich darüber.»